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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 26.11.1999

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Deutsche Messe AG - http://www.messe.de/index_d.html

26.11.1999


Die Geschichte der CeBIT
 

Mit 7.515 Ausstellern, davon mehr als 2.900 aus dem Ausland, und einer Nettoausstellungsfläche von über 408.000 Quadratmetern unterstreicht die CeBIT auch im Jahr 2000 ihre Solistenrolle im Konzert der weltweiten I+K-Messen. Mit der Entflechtung der Besucherstruktur durch die Etablierung der CeBIT HOME im Herbst '96 hat die Deutsche Messe AG zudem konsequent die Reprofessionalisierung der CeBIT durchgesetzt. Innerhalb weniger Jahre hat sich die CeBIT von einem Angebotsschwerpunkt der "Hannover Messe" zur größten Messe der Welt und zur internationalen Leitmesse für Informationstechnik, Telekommunikation und Büroautomation entwickelt.

Seit 14 Jahren treffen sich Anbieter und Anwender der Informations- und Telekommunikations-Branche aus aller Welt jedes Jahr im März in Hannover auf der CeBIT. Ihrem Debüt am 12. März 1986 war eine langwierige und schwierige Entscheidungsfindung vorausgegangen. Denn die DV-Industrie war zunehmend zu einem wichtigen Bestandteil der Hannover Messe geworden und hatte wesentlich zum einzigartigen Stellenwert dieser weltweit größten Investitionsgütermesse beigetragen. Immer mehr zogen die DV-Aussteller neben den Experten auch Tausende von Nicht-Fachleuten in ihren Bann.

Schon Ende der 50er Jahre war die noch unter der Bezeichnung Büroindustrie zusammengefasste Branche auf den dritten Platz aller auf der Hannover Messe ausstellenden Industriezweige vorgerückt. Und im Zuge der fortschreitenden Elektronisierung sorgte sie auf dem jährlichen Industrietreff vor allem in den 60er Jahren für zahlreiche Highlights. So stellte Heinz Nixdorf, der spätere Vorzeigeunternehmer der deutschen DV-Branche schlechthin, 1965 in Hannover erstmals seinen legendären Universalrechner 820 vor.

1970 unterstrich die Deutsche Messe AG mit der neugebauten Halle 1 am Eingang Nord des Messegeländes die Bedeutung dieses Industriesegments für die Hannover Messe. Es entstand ein mächtiges Gebäude, bestehend aus drei unterschiedlichen Nutzungsebenen: einer Garage im Tiefgeschoss mit Parkplätzen für rund 2 000 Aussteller, einer Bruttoausstellungsfläche von 70 300 Quadratmetern im Erdgeschoss und einer Dachebene mit 750 kleinen Fertighäusern, auch Trelemente genannt. 1984 wurde sie als "weltgrößte ebenerdige Messehalle" ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen.

Mit der neuen Halle erhielt der Ausstellungsschwerpunkt Büroindustrie auch einen neuen Namen: CeBIT - "Centrum der Büro- und Informationstechnik". Er hatte sich im Ausstellerbeirat mit knapper Mehrheit gegenüber der Bezeichnung CeBOT - "Centrum für Büro- und Organisationstechnik" nicht zuletzt auch deshalb durchgesetzt, weil die zweite Silbe BIT für die kleinste und wichtigste Einheit eines Computers steht und man damit die zunehmende Bedeutung der elektronischen Datenverarbeitung hervorheben wollte. Tatsächlich drehten sich in den 70er und noch mehr in den 80er Jahren, als die PC-Hersteller die Hannover Messe stürmten, die meisten Gespräche um Bit und Byte.

Dass sich die DV-Branche aber in immer mehr Teilsegmente mit immer neuen Unternehmen ausdehnen und von zum Teil enormen Wachstumsschüben geprägt sein würde, konnte bei der Einweihung der CeBIT-Halle 1970 niemand vorausahnen. Schnell waren die Platzkapazitäten der riesigen Halle 1 erschöpft. Deshalb stellte die Deutsche Messe AG Ende der 70er Jahre den DV-Ausstellern zusätzlich die Hallen 2 und 18 sowie Anfang der 80er Jahre die Halle 3 zur Verfügung. Dies war aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Denn immer mehr DV- und Software-Anbieter, ganz zu schweigen von den neu aufkommenden PC-Herstellern, wollten die CeBIT im Rahmen der Hannover Messe als Präsentationsplattform nutzen. Aus dem einstigen "Centrum für Büro- und Informationstechnik" war das "Welt-Centrum für Büro-, Informations- und Kommunikationstechnik" geworden.

Dennoch blieb für viele ausstellungswillige DV-Anbieter das Tor zur CeBIT verschlossen, weil ihnen die Deutsche Messe AG keine Standfläche mehr zur Verfügung stellen konnte. Schon 1980 verzeichnete die Messegesellschaft für den Bereich Informations- und Kommunikationstechnik, der nach Ausstellerzahlen mittlerweile den zweiten Platz nach der Elektrotechnik einnahm, den größten Nachfragestau und die längste Warteliste und konnte trotz Hinzunahme der zusätzlichen Hallen kaum Abhilfe schaffen. Auch den Wünschen der teilnehmenden Unternehmen nach mehr Ausstellungsfläche war nicht mehr nachzukommen. Ein Messesplit schien unvermeidlich.

Tatsächlich gab die Deutsche Messe AG im November 1984 bekannt, von 1986 an jährlich eine Hannover Messe CeBIT im März und eine Hannover Messe Industrie vier Wochen später im April zu veranstalten. Leicht gemacht hatte sich die Messegesellschaft diese Entscheidung nicht. Ihr gingen monatelange Gespräche mit Vorständen und Geschäftsführern der maßgeblichen Ausstellerverbände und der Industrie voraus. Schwerpunkte dieser Diskussionen waren die Einschätzung der Marktsituation und die Abwägung des Risikopotentials. Die wichtigste Frage war: "Was geschieht, wenn wir nichts tun?"

1985 stellte die letzte einheitliche Hannover Messe eindrucksvoll unter Beweis, wie nötig die Zellteilung war. Gegenüber 1970 hatte sich die Zahl der IT-Aussteller auf 1.300 verdoppelt, und 870 Unternehmen standen auf der Warteliste. Die vermietete Fläche war um das Zweieinhalbfache auf 130.600 Quadratmeter gestiegen, und gar fast um das Fünffache - auf 293.000 Besucher - hatte die Zahl der Interessenten zugelegt, die sich über das Neueste in diesem Bereich informierten. Mit den zur Hannover Messe 1985 insgesamt gezählten knapp 7.000 Ausstellern und mehr als 800.000 Besuchern stieß man deutlich an die Kapazitätsgrenzen.

Der Beschluss, die büro-, informations- und kommunikationstechnische Industrie in eine eigenständige Messe auszugliedern, war dennoch keineswegs unumstritten. Auf der Hannover Messe 1985 avancierte diese Abkoppelung zum Messethema Nummer 1, und in der IT-Branche selbst diskutierte man noch bis kurz vor der ersten eigenständigen CeBIT vehement über das Für und Wider des Messesplits. Während die Befürworter vor allem die erweiterte Ausstellungsfläche und die besseren Rahmenbedingungen als Vorteile ins Feld führten, machten die Gegner der Befürchtung Luft, dass eine eigenständige CeBIT ohne industrielles Umfeld an Attraktivität einbüßen werde.

So fieberten Aussteller, Besucher und nicht zuletzt die Deutsche Messe AG der Premiere der Solo-CeBIT mit großer Spannung, aber auch mit vielen gemischten Gefühlen entgegen. Am 12. März 1986 war es schließlich soweit: Auf einer Nettofläche von über 200.000 Quadratmetern präsentierten 2.142 Aussteller der Büro-, Informations- und Telekommunikationstechnik ihre Produkte. In diesem Jahr wurde der Bereich "Telekommunikation" erstmals in das Programm der CeBIT integriert - damals noch mit "bescheidenen" 190 Anbietern. Zur CeBIT 2000 sind bereits über 1.100 Aussteller in diesem Schwerpunkt vertreten, die eine Gesamtfläche von mehr als 100.000 Quadratmetern belegen.

Allen Unkenrufen zum Trotz kam die erste eigenständige CeBIT 1986 mit 334.400 Besuchern gut aus den Startlöchern. Trotzdem gingen die Debatten über die Teilung noch einige Jahre weiter, schließlich handelte es sich dabei um die größte Weichenstellung in der Geschichte der Deutschen Messe AG und eine der größten Operationen, die im weltweiten Messegeschäft durchgeführt wurde. Zunehmend erhielt die CeBIT ihren festen Platz im Terminkalender der Aussteller und Fachbesucher, zumal die Deutsche Messe AG das CeBIT-Konzept konsequent weiterentwickelte. Die Struktur der Hallenbelegung verbesserte sich durch die verstärkte Gliederung nach Branchensegmenten deutlich, und die Anordnung der Produktsortimente wurde übersichtlicher. Die Anbieter wiederum nutzten die ihnen angebotene Ausstellungsfläche, vergrößerten ihre Hauptstände und präsentierten sich zunehmend auch in anderen Hallen.

So entwickelte sich die CeBIT zur wichtigsten IT-Messe des Jahres. Die Zahl der Aussteller legte genauso kontinuierlich zu wie die der Besucher, die sich selbst durch unerwartete Wetterkapriolen vom Gang über die Messe nicht abhielten ließen. Als 1987 zwei Tage vor Beginn der CeBIT die niedersächsische Landeshauptstadt nach einem überraschenden Schneesturm in einer über einen Meter hohen weißen Pracht zu versinken drohte, und die Messe nur aufgrund des unermüdlichen Einsatzes zahlreicher Helfer pünktlich starten konnte, fanden sich im Laufe der achttägigen "SchneeBIT", wie sie fortan hieß, 406.474 Besucher ein. Ähnlich ungastlich zeigte sich das Wetter 1992, als sich Sturmböen, Gewitter, Hagelschauer und Schneegestöber in steter Regelmäßigkeit abwechselten. Doch auch dadurch ließen sich 648.905 Besucher die CeBIT nicht vermiesen.

Mit dem Beginn der 90er Jahre hatte die CeBIT endgültig den Durchbruch im internationalen Messegeschäft geschafft. Obwohl die IT-Industrie zunehmend in eine schwere Rezession geriet und zugleich zahlreiche traditionelle Universalanbieter intern mit gravierenden Umwälzungen zu kämpfen hatten, fanden sich alle jährlich in Hannover ein. Neue DV-Strategien wie Client-Server-Computing, Outsourcing und Data Warehousing machten von sich reden, moderne Netzwerktechnologien hielten Einzug, und Multimedia sowie Internet zogen zunehmend auch wieder das Schaupublikum an.

Es wurde immer enger auf dem mittlerweile komplett genutzten Messegelände. Die Flächenkapazität des Messegeländes reichte Jahr für Jahr weniger aus, obwohl die Deutsche Messe AG begann, alte Hallen abzureißen und durch neue, moderne zu ersetzen. Auch die Warteliste der Unternehmen, die mangels Platz nicht teilnehmen konnten, stieg wieder an. Die Besucher fühlten sich zunehmend an die Verhältnisse der letzten ungeteilten Hannover Messen erinnert. Die Hallen waren überfüllt, und das fachliche Gespräch mit dem IT-Profi war kaum mehr möglich. So ging die CeBIT 1995 mit 6.111 Ausstellern, vor allem aber mit 755.326 Besuchern, davon mehr als 100.000 aus dem Ausland, zwar als "Mega-CeBIT" in die Geschichte des Messewesens ein, doch angesichts der wachsenden Begeisterung der Privatbesucher drohte der Fachcharakter der CeBIT verloren zu gehen. Waren es 1989 etwa 60.000 Privatbesucher, so betrug diese Zahl 1995 bereits 218.000.

Die Deutsche Messe AG reagierte: Wenige Monate nach dem Ende der Mega-CeBIT kündigte sie an, ab August 1996 alle zwei Jahre eine weitere CeBIT für den Handel, den SOHO-Bereich (Small Office/Home Office) und natürlich auch den privaten PC-, Multimedia- und Internet-Konsumenten zu veranstalten. Der Name des CeBIT-Babys: CeBIT HOME - World of Home and Consumer Electronics. Außerdem wurden zur CeBIT 96 die Eintrittspreise deutlich erhöht.

Mit beiden Maßnahmen erreichte die Messegesellschaft, dass sich die Zahl der Privatbesucher deutlich verringerte. Ein weiteres Novum der CeBIT 96 stellte die Reduzierung der Veranstaltungsdauer auf sieben Tage dar, womit die Deutsche Messe AG den Wünschen der Aussteller nachgekommen war.

Längst ist unumstritten, dass die CeBIT die internationale Leitmesse der Informations- und Telekommunikationstechnik schlechthin ist. Im Reigen ihrer "Konkurrenten" kann sie als einzige stetes Wachstum verzeichnen. Mit über 7.500 Ausstellern stellt sie im Jahr 2000 nicht nur erneut einen Teilnehmerrekord auf, sondern nimmt im weltweiten Vergleich der I+K-Messen mit 2 921 ausländischen Unternehmen aus 63 Ländern die Spitzenposition in punkto internationaler Beteiligung ein. Sie ist mittlerweile nicht nur die größte Messe der I+K-Industrie, sondern überhaupt die größte Messe der Welt.

Darüber hinaus kommen die CeBIT-Aussteller und -Besucher in den Genuss zunehmend verbesserter Rahmenbedingungen. Mit Blick auf die in Hannover im Jahr 2000 stattfindende Weltausstellung EXPO ist die Deutsche Messe AG schon seit einigen Jahren dabei, das Messegelände konsequent zu modernisieren.

Die CeBIT wartet im Februar 2000 mit einer weiter verbesserten Infrastruktur auf. Im Südosten des Messegeländes entstehen zusätzliche Parkplätze: Ein neues Parkhaus bietet Platz für 1.150 PKW. Im Osten des Geländes auf dem Dach der Halle 8 wird ein neuer Eingang geschaffen. Von diesem Eingang "Ost 3" aus führt eine 30 Meter breite Brücke über den Messeschnellweg bis zur EXPO Plaza und zu den Parkplätzen im Osten des Messegeländes.

Zusätzliche Hallenverbindungsbauten sorgen dafür, dass der CeBIT-Besucher seinen Rundgang über das Messegelände trockenen Fußes machen kann. Neu zur CeBIT 2000 sind die Übergänge zwischen den Hallen 1 und 2, 2 und 3, 11 und 12, 20 und 21 sowie 22 und 23.

Ein architektonisches Highlight wird das EXPO-Dach auf dem Freigelände zwischen den Hallen 12 und 26. Die filigrane Konstruktion aus zehn Holzschirmen hat die Größe von zwei Fußballfeldern. Unter dem EXPO-Dach entstehen vier Pavillons, die erstmals zur CeBIT 2000 genutzt werden und den Ausstellern des Schwerpunktes "Telekommunikation" zur Verfügung stehen.

Somit wird die CeBIT 2000 vom 24.2. bis 1.3.2000 auf dem weltweit modernsten und attraktivsten Messegelände mit der besten Verkehrsanbindung stattfinden. Und dies kann für das 30jährige Jubiläum, das im Jahr 2000 für die 1970 als neuem Mekka der büro- und informationstechnischen Industrie entstandene CeBIT ansteht, nur angemessen sein.


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