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Mit 7.515 Ausstellern, davon mehr als 2.900
aus dem Ausland, und einer Nettoausstellungsfläche von über 408.000
Quadratmetern unterstreicht die CeBIT auch im Jahr 2000 ihre
Solistenrolle im Konzert der weltweiten I+K-Messen. Mit
der Entflechtung der Besucherstruktur durch die Etablierung der
CeBIT HOME im Herbst '96 hat die Deutsche Messe AG
zudem konsequent die Reprofessionalisierung der CeBIT durchgesetzt.
Innerhalb weniger Jahre hat sich die CeBIT von einem
Angebotsschwerpunkt der "Hannover Messe" zur größten
Messe der Welt und zur internationalen Leitmesse für
Informationstechnik, Telekommunikation und Büroautomation
entwickelt.
Seit 14 Jahren treffen sich Anbieter und Anwender der
Informations- und Telekommunikations-Branche aus aller Welt jedes
Jahr im März in Hannover auf der CeBIT. Ihrem Debüt am 12.
März 1986 war eine langwierige und schwierige
Entscheidungsfindung vorausgegangen. Denn die DV-Industrie war
zunehmend zu einem wichtigen Bestandteil der Hannover Messe geworden
und hatte wesentlich zum einzigartigen Stellenwert dieser weltweit
größten Investitionsgütermesse beigetragen. Immer mehr zogen die
DV-Aussteller neben den Experten auch Tausende von Nicht-Fachleuten
in ihren Bann.
Schon Ende der 50er Jahre war die noch unter der Bezeichnung
Büroindustrie zusammengefasste Branche auf den dritten Platz aller
auf der Hannover Messe ausstellenden Industriezweige vorgerückt.
Und im Zuge der fortschreitenden Elektronisierung sorgte sie auf dem
jährlichen Industrietreff vor allem in den 60er Jahren für
zahlreiche Highlights. So stellte Heinz Nixdorf, der spätere
Vorzeigeunternehmer der deutschen DV-Branche schlechthin, 1965 in
Hannover erstmals seinen legendären Universalrechner 820
vor.
1970 unterstrich die Deutsche Messe AG mit der neugebauten Halle
1 am Eingang Nord des Messegeländes die Bedeutung dieses
Industriesegments für die Hannover Messe. Es entstand ein
mächtiges Gebäude, bestehend aus drei unterschiedlichen
Nutzungsebenen: einer Garage im Tiefgeschoss mit Parkplätzen für
rund 2 000 Aussteller, einer Bruttoausstellungsfläche von 70 300
Quadratmetern im Erdgeschoss und einer Dachebene mit 750 kleinen
Fertighäusern, auch Trelemente genannt. 1984 wurde sie als
"weltgrößte ebenerdige Messehalle" ins Guinness-Buch der
Rekorde aufgenommen.
Mit der neuen Halle erhielt der Ausstellungsschwerpunkt
Büroindustrie auch einen neuen Namen: CeBIT - "Centrum der
Büro- und Informationstechnik". Er hatte sich im
Ausstellerbeirat mit knapper Mehrheit gegenüber der Bezeichnung
CeBOT - "Centrum für Büro- und Organisationstechnik"
nicht zuletzt auch deshalb durchgesetzt, weil die zweite Silbe BIT
für die kleinste und wichtigste Einheit eines Computers steht und
man damit die zunehmende Bedeutung der elektronischen
Datenverarbeitung hervorheben wollte. Tatsächlich drehten sich in
den 70er und noch mehr in den 80er Jahren, als die PC-Hersteller die
Hannover Messe stürmten, die meisten Gespräche um Bit und Byte.
Dass sich die DV-Branche aber in immer mehr Teilsegmente mit
immer neuen Unternehmen ausdehnen und von zum Teil enormen
Wachstumsschüben geprägt sein würde, konnte bei der Einweihung
der CeBIT-Halle 1970 niemand vorausahnen. Schnell waren die
Platzkapazitäten der riesigen Halle 1 erschöpft. Deshalb stellte
die Deutsche Messe AG Ende der 70er Jahre den DV-Ausstellern
zusätzlich die Hallen 2 und 18 sowie Anfang der 80er Jahre die Halle
3 zur Verfügung. Dies war aber nur ein Tropfen auf dem
heißen Stein. Denn immer mehr DV- und Software-Anbieter, ganz zu
schweigen von den neu aufkommenden PC-Herstellern, wollten die CeBIT
im Rahmen der Hannover Messe als Präsentationsplattform nutzen. Aus
dem einstigen "Centrum für Büro- und
Informationstechnik" war das "Welt-Centrum für Büro-,
Informations- und Kommunikationstechnik" geworden.
Dennoch blieb für viele ausstellungswillige DV-Anbieter das Tor
zur CeBIT verschlossen, weil ihnen die Deutsche Messe AG keine
Standfläche mehr zur Verfügung stellen konnte. Schon 1980
verzeichnete die Messegesellschaft für den Bereich Informations-
und Kommunikationstechnik, der nach Ausstellerzahlen mittlerweile
den zweiten Platz nach der Elektrotechnik einnahm, den größten
Nachfragestau und die längste Warteliste und konnte trotz
Hinzunahme der zusätzlichen Hallen kaum Abhilfe schaffen. Auch den
Wünschen der teilnehmenden Unternehmen nach mehr
Ausstellungsfläche war nicht mehr nachzukommen. Ein Messesplit
schien unvermeidlich.
Tatsächlich gab die Deutsche Messe AG im November 1984 bekannt,
von 1986 an jährlich eine Hannover Messe CeBIT im März und eine
Hannover Messe Industrie vier Wochen später im April zu
veranstalten. Leicht gemacht hatte sich die Messegesellschaft diese
Entscheidung nicht. Ihr gingen monatelange Gespräche mit
Vorständen und Geschäftsführern der maßgeblichen
Ausstellerverbände und der Industrie voraus. Schwerpunkte dieser
Diskussionen waren die Einschätzung der Marktsituation und die
Abwägung des Risikopotentials. Die wichtigste Frage war: "Was
geschieht, wenn wir nichts tun?"
1985 stellte die letzte einheitliche Hannover Messe eindrucksvoll
unter Beweis, wie nötig die Zellteilung war. Gegenüber 1970 hatte
sich die Zahl der IT-Aussteller auf 1.300 verdoppelt,
und 870 Unternehmen standen auf der Warteliste. Die vermietete
Fläche war um das Zweieinhalbfache auf 130.600
Quadratmeter gestiegen, und gar fast um das Fünffache - auf 293.000
Besucher - hatte die Zahl der Interessenten zugelegt, die sich über
das Neueste in diesem Bereich informierten. Mit den zur Hannover
Messe 1985 insgesamt gezählten knapp 7.000 Ausstellern
und mehr als 800.000 Besuchern stieß man deutlich an
die Kapazitätsgrenzen.
Der Beschluss, die büro-, informations- und
kommunikationstechnische Industrie in eine eigenständige Messe
auszugliedern, war dennoch keineswegs unumstritten. Auf der Hannover
Messe 1985 avancierte diese Abkoppelung zum Messethema Nummer
1, und in der IT-Branche selbst diskutierte man noch bis kurz
vor der ersten eigenständigen CeBIT vehement über das Für und
Wider des Messesplits. Während die Befürworter vor allem die
erweiterte Ausstellungsfläche und die besseren Rahmenbedingungen
als Vorteile ins Feld führten, machten die Gegner der Befürchtung
Luft, dass eine eigenständige CeBIT ohne industrielles Umfeld an
Attraktivität einbüßen werde.
So fieberten Aussteller, Besucher und nicht zuletzt die Deutsche
Messe AG der Premiere der Solo-CeBIT mit großer Spannung, aber auch
mit vielen gemischten Gefühlen entgegen. Am 12. März 1986
war es schließlich soweit: Auf einer Nettofläche von über 200.000
Quadratmetern präsentierten 2.142 Aussteller
der Büro-, Informations- und Telekommunikationstechnik ihre
Produkte. In diesem Jahr wurde der Bereich
"Telekommunikation" erstmals in das Programm der CeBIT
integriert - damals noch mit "bescheidenen" 190 Anbietern.
Zur CeBIT 2000 sind bereits über 1.100
Aussteller in diesem Schwerpunkt vertreten, die eine Gesamtfläche
von mehr als 100.000 Quadratmetern belegen.
Allen Unkenrufen zum Trotz kam die erste eigenständige CeBIT
1986 mit 334.400 Besuchern gut aus den Startlöchern.
Trotzdem gingen die Debatten über die Teilung noch einige Jahre
weiter, schließlich handelte es sich dabei um die größte
Weichenstellung in der Geschichte der Deutschen Messe AG und eine
der größten Operationen, die im weltweiten Messegeschäft
durchgeführt wurde. Zunehmend erhielt die CeBIT ihren festen Platz
im Terminkalender der Aussteller und Fachbesucher, zumal die
Deutsche Messe AG das CeBIT-Konzept konsequent
weiterentwickelte. Die Struktur der Hallenbelegung verbesserte sich
durch die verstärkte Gliederung nach Branchensegmenten deutlich,
und die Anordnung der Produktsortimente wurde übersichtlicher. Die
Anbieter wiederum nutzten die ihnen angebotene Ausstellungsfläche,
vergrößerten ihre Hauptstände und präsentierten sich zunehmend
auch in anderen Hallen.
So entwickelte sich die CeBIT zur wichtigsten IT-Messe des
Jahres. Die Zahl der Aussteller legte genauso kontinuierlich zu wie
die der Besucher, die sich selbst durch unerwartete Wetterkapriolen
vom Gang über die Messe nicht abhielten ließen. Als 1987 zwei Tage
vor Beginn der CeBIT die niedersächsische Landeshauptstadt nach
einem überraschenden Schneesturm in einer über einen Meter hohen
weißen Pracht zu versinken drohte, und die Messe nur aufgrund des
unermüdlichen Einsatzes zahlreicher Helfer pünktlich starten
konnte, fanden sich im Laufe der achttägigen "SchneeBIT",
wie sie fortan hieß, 406.474 Besucher ein. Ähnlich
ungastlich zeigte sich das Wetter 1992, als sich Sturmböen,
Gewitter, Hagelschauer und Schneegestöber in steter
Regelmäßigkeit abwechselten. Doch auch dadurch ließen sich 648.905
Besucher die CeBIT nicht vermiesen.
Mit dem Beginn der 90er Jahre hatte die CeBIT endgültig den
Durchbruch im internationalen Messegeschäft geschafft. Obwohl die
IT-Industrie zunehmend in eine schwere Rezession geriet und zugleich
zahlreiche traditionelle Universalanbieter intern mit gravierenden
Umwälzungen zu kämpfen hatten, fanden sich alle jährlich in
Hannover ein. Neue DV-Strategien wie Client-Server-Computing,
Outsourcing und Data Warehousing machten von sich reden, moderne
Netzwerktechnologien hielten Einzug, und Multimedia sowie Internet
zogen zunehmend auch wieder das Schaupublikum an.
Es wurde immer enger auf dem mittlerweile komplett genutzten
Messegelände. Die Flächenkapazität des Messegeländes reichte
Jahr für Jahr weniger aus, obwohl die Deutsche Messe AG begann,
alte Hallen abzureißen und durch neue, moderne zu ersetzen. Auch
die Warteliste der Unternehmen, die mangels Platz nicht teilnehmen
konnten, stieg wieder an. Die Besucher fühlten sich zunehmend an
die Verhältnisse der letzten ungeteilten Hannover Messen erinnert.
Die Hallen waren überfüllt, und das fachliche Gespräch mit dem
IT-Profi war kaum mehr möglich. So ging die CeBIT 1995 mit 6.111
Ausstellern, vor allem aber mit 755.326 Besuchern,
davon mehr als 100.000 aus dem Ausland, zwar als "Mega-CeBIT"
in die Geschichte des Messewesens ein, doch angesichts der
wachsenden Begeisterung der Privatbesucher drohte der Fachcharakter
der CeBIT verloren zu gehen. Waren es 1989 etwa 60.000
Privatbesucher, so betrug diese Zahl 1995 bereits 218.000.
Die Deutsche Messe AG reagierte: Wenige Monate nach dem Ende der
Mega-CeBIT kündigte sie an, ab August 1996 alle zwei Jahre eine
weitere CeBIT für den Handel, den SOHO-Bereich (Small Office/Home
Office) und natürlich auch den privaten PC-, Multimedia- und
Internet-Konsumenten zu veranstalten. Der Name des CeBIT-Babys: CeBIT
HOME - World of Home and Consumer Electronics. Außerdem
wurden zur CeBIT 96 die Eintrittspreise deutlich
erhöht.
Mit beiden Maßnahmen erreichte die Messegesellschaft, dass sich
die Zahl der Privatbesucher deutlich verringerte. Ein weiteres Novum
der CeBIT 96 stellte die Reduzierung der
Veranstaltungsdauer auf sieben Tage dar, womit die Deutsche Messe AG
den Wünschen der Aussteller nachgekommen war.
Längst ist unumstritten, dass die CeBIT die internationale
Leitmesse der Informations- und Telekommunikationstechnik
schlechthin ist. Im Reigen ihrer "Konkurrenten" kann sie
als einzige stetes Wachstum verzeichnen. Mit über 7.500
Ausstellern stellt sie im Jahr 2000 nicht nur erneut einen
Teilnehmerrekord auf, sondern nimmt im weltweiten Vergleich der I+K-Messen
mit 2 921 ausländischen Unternehmen aus 63 Ländern die
Spitzenposition in punkto internationaler Beteiligung ein. Sie ist
mittlerweile nicht nur die größte Messe der I+K-Industrie,
sondern überhaupt die größte Messe der Welt.
Darüber hinaus kommen die CeBIT-Aussteller und -Besucher in den
Genuss zunehmend verbesserter Rahmenbedingungen. Mit Blick auf die
in Hannover im Jahr 2000 stattfindende Weltausstellung EXPO ist die
Deutsche Messe AG schon seit einigen Jahren dabei, das Messegelände
konsequent zu modernisieren.
Die CeBIT wartet im Februar 2000 mit einer weiter verbesserten
Infrastruktur auf. Im Südosten des Messegeländes entstehen
zusätzliche Parkplätze: Ein neues Parkhaus bietet Platz für 1.150
PKW. Im Osten des Geländes auf dem Dach der Halle 8
wird ein neuer Eingang geschaffen. Von diesem Eingang "Ost
3" aus führt eine 30 Meter breite Brücke
über den Messeschnellweg bis zur EXPO Plaza und zu den Parkplätzen
im Osten des Messegeländes.
Zusätzliche Hallenverbindungsbauten sorgen dafür, dass der
CeBIT-Besucher seinen Rundgang über das Messegelände trockenen
Fußes machen kann. Neu zur CeBIT 2000 sind die Übergänge zwischen
den Hallen 1 und 2, 2 und 3, 11 und 12, 20 und 21 sowie 22 und 23.
Ein architektonisches Highlight wird das EXPO-Dach auf dem
Freigelände zwischen den Hallen 12 und 26. Die
filigrane Konstruktion aus zehn Holzschirmen hat die Größe von
zwei Fußballfeldern. Unter dem EXPO-Dach entstehen vier Pavillons,
die erstmals zur CeBIT 2000 genutzt werden und den
Ausstellern des Schwerpunktes "Telekommunikation" zur
Verfügung stehen.
Somit wird die CeBIT 2000 vom 24.2. bis 1.3.2000
auf dem weltweit modernsten und attraktivsten Messegelände mit der
besten Verkehrsanbindung stattfinden. Und dies kann für das
30jährige Jubiläum, das im Jahr 2000 für die 1970 als neuem Mekka
der büro- und informationstechnischen Industrie entstandene CeBIT
ansteht, nur angemessen sein.
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