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Sun Microsystems begrüßt den Beitritt von AOL/Time Warner und American Express in der Liberty Alliance. Darüber hinaus liegen derzeit mehr als 2000 weitere Anfragen nach einer Mitgliedschaft vor. Ziel der Allianz ist es, einen globalen Standard für die eindeutige Identifizierung von Verbrauchern im Internet zu etablieren. Das ist vergleichbar mit einem digitalen Universalausweis. Auf allen Webseiten, die den Service unterstützen, kann man sich damit anmelden und Dienstleistungen in Anspruch nehmen oder Waren einkaufen. Die zweifelsfreie Personenidentifizierung gilt als ein Schlüsselfaktor für mehr Sicherheit im Internet und für den Durchbruch von E-Commerce.
Allein die 33 Gründerfirmen, die das Projekt gemeinsam gestartet haben, repräsentieren mehr als 1 Milliarde Verbraucher. Die Liste liest sich wie das "who's who" der Weltwirtschaft. Darunter sind American Airlines, Bank of America, Bell Canada, Cisco, Dun and Bradstreet, eBay, Fidelity Investments, General Motors, Global Crossing, Nokia, NTT DoCoMo, Sabre, Schlumberger, Sony, Sprint, Sun Microsystems, United Airlines und Vodafone.
Die Liberty Alliance konzipiert den neuen Standard so, dass er unabhängig von dem Gerät arbeitet, mit dem die Internetverbindung hergestellt wird. Dadurch ist das Identifizierungssystem universell für Arbeitsplatzcomputer, Handys, Fernseher, Autos und jedes andere Gerät geeignet, das künftig möglicherweise an das Internet angeschlossen wird. Die Liberty-Norm kann sogar mit Hilfe von Kredit-, Telefon- und Kundenkarten in Anspruch genommen werden. Wird unter Verwendung der Karte eine Internetverbindung hergestellt, ist der Verbraucher anhand seines Digitalausweises eindeutig identifizierbar und kann Dienste sofort nutzen.
Liberty vs. Passport: Die freie Welt gegen Microsoft
Die Liberty Alliance wird oft als "Gegenpol der freien Welt" zu Microsofts Passport-Ansatz gesehen. Beide Konzepte haben zum Ziel, dass die Verbraucher künftig eine Art "Online-Personalausweis" erhalten, mit dem sie sich im Internet verbindlich ausweisen können. Microsoft hat sich hierzu selbst zur "zentralen Passstelle" ernannt und will alle Ausweise der Online-Weltbevölkerung auf den eigenen Computersystemen verwalten. Das Konzept der Liberty Alliance sieht hingegen vor, dass der Verbraucher die freie Wahl hat, bei welchem Unternehmen er seinen "Online-Ausweis" führt, zum Beispiel bei der Bank seines Vertrauens.
Als ein Hauptvorteil der Liberty Alliance gilt, dass im Gegensatz zu Passport nicht alle personenbezogenen Daten an einem zentralen Ort gespeichert werden. Eine solche Zentralstelle würde Hacker mutmaßlich wie ein Magnet anziehen. Die Gefahr des Missbrauchs persönlicher Daten in großen Umfang gilt als real. Erst Anfang November hatte der Programmierer Marc Slemko das Sicherheitssystem von Passport geknackt und ein Verfahren gefunden, wie man sich den "Online-Pass" eines Passport-Nutzers für 15 Minuten "ausleihen" kann, um beispielsweise damit auf Einkaufstour zu gehen.
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