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Die Erwartungen der 7.802 Aussteller (Vorjahr:
7.412) der Jahrtausend-CeBIT waren hoch. Die wirtschaftliche
Situation der gesamten CeBIT-Branche ist besser denn je. Verlauf und
Ergebnis der CeBIT 2000 (24. Februar bis 1.
März) haben die Erwartungen übertroffen. Das weltweit
wichtigste Treffen der bedeutendsten Zukunftsbranche der Wirtschaft
hat internationale wirtschaftspolitische und technologische Zeichen
gesetzt. Mehr als 750.000 Besucher (698.000), davon
rund 137.000 aus dem Ausland (122.000), haben der
Branche einen zusätzlichen Schub gegeben. Die CeBIT ist eindeutig
globales Kommunikations- und Marktzentrum der Informationstechnik
und Telekommunikation.
So haben denn auch die ausstellenden Unternehmen auf mehr als
415.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche (399.000)
alles gezeigt, was in der Welt der Bits und Bytes gut und neu ist.
Alles überragendes Thema auf der CeBIT 2000 war das
Internet mit all seinen derzeitigen und zukünftigen Anwendungen.
E-Business und Mobile Communication sind dabei die Stichworte. Die
Telekommunikation bzw. Mobilkommunikation, ob geschäftlich oder
privat genutzt, wächst mit dem Internet immer stärker zusammen.
Der BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation
und neue Medien - stellt fest, dass die Informationsgesellschaft mit
dieser Entwicklung Gestalt annimmt.
Umfassende Aussteller-Zufriedenheit
Die vom BITKOM repräsentierten Aussteller äußern sich
entsprechend dem Verlauf der CeBIT 2000 zufrieden mit
dem Messeergebnis. Der Verband berichtet von einer guten Stimmung
bei den Ausstellern. Sie loben die immer höher werdende Qualität
der Fachbesucher. Positiv werten die Verbandsmitglieder, dass der
Anteil der ausländischen Fachbesucher in diesem Jahr erneut
angestiegen ist.
Die repräsentative Befragung aller auf der CeBIT 2000
ausstellenden Unternehmen kommt zu dem Ergebnis, dass die Branche
ihre wirtschaftliche Situation positiver denn je einschätzt. 75,4
Prozent (72,9) der Aussteller bewerten die
wirtschaftliche Branchensituation günstig bis sehr günstig. Bei
schon sehr hohen Eingangserwartungen hat der Messeverlauf diese
außerordentlich positive Einschätzung zusätzlich beflügelt. Die
Auswirkung der Messe auf die Absatzsituation des jeweils eigenen
Unternehmens wird über alle Regionen der Welt hinweg noch einmal
deutlich günstiger eingeschätzt als im Vorjahr.
Dabei waren schon vor einem Jahr die Erfolgserwartungen überaus
hoch. Noch besser als im vergangenen Jahr wurden vor allem die
Besucherzahlen am Stand sowie die Zahl der konkreten Fachgespräche
beurteilt.
Die umfassende Zufriedenheit der Aussteller mit der CeBIT
2000 sowie die sehr positive wirtschaftliche Lage der
gesamten Branche führen zu dem Ergebnis, dass rund 90 Prozent
der ausstellenden Unternehmen bereits heute die Absicht bekunden,
auf der CeBIT 2001 wieder auszustellen.
Besucherstruktur: Mehr und besser denn je
Keine andere Messe der Welt kann auch nur annähernd eine
vergleichbare Besucherstruktur wie die CeBIT aufweisen. Erneut
scheint die CeBIT mit mehr als 750.000 Besuchern an sieben
Messetagen an den Grenzen ihres Wachstums angekommen zu sein. Allein
am besucherstärksten Messetag, dem Montag, kamen 133.000 Besucher
auf das hannoversche Messegelände. Rechnet man die Mitarbeiter der
ausstellenden Unternehmen, die Journalisten und Servicekräfte dazu,
waren an diesem Tag rund 220.000 Personen auf dem einen
Quadratkilometer umfassenden Messeareal.
Dabei hat sich nicht die Anzahl der Privatbesucher erhöht,
vielmehr ist der Anteil der Fachbesucher nochmals gestiegen - von
592.000 im Vorjahr auf nunmehr rund 650.000. Die gegenseitigen
Geschäftsbesuche der Aussteller sind dabei noch nicht einmal
mitgerechnet.
Nicht nur auf der Ausstellerseite, auch beim Besuch ist die CeBIT
von überragender Internationalität gekennzeichnet. Mehr als
137.000 Besucher kamen aus dem Ausland, allesamt hochrangige
Experten und Nutzer der Informations- und Telekommunikationstechnik.
Bei der Herkunft der nationalen Besucher stagniert der Norden,
das Potenzial ist hier ausgeschöpft. Aus allen anderen
Bundesländern sind nochmals zum Teil erhebliche Zuwächse zu
verzeichnen.
Bezüglich der erneut gestiegenen Internationalität der Gäste
haben alle Regionen der Welt dazu gewonnen. Der Besuch aus den
Ländern der Europäischen Union stieg von 63.000 auf 68.000, der
aus Amerika immerhin von 7.200 auf 8.000. Am deutlichsten jedoch
haben Asien mit 22.000 (17.100), Afrika mit 4.300 (1.900)
und Australien/Ozeanien mit 1.800 (700) Besuchern
zugelegt. Es waren vor allem Top-Entscheider, die in nochmals
größerer Zahl nach Hannover gekommen sind. Die Entscheidung über
den Einkauf von informationstechnischen Produkten und Systemen ist
ganz offenbar von wachsender strategischer Bedeutung für den
Unternehmenserfolg. Daher ist u. a. die Zahl der Vorstände bzw.
Geschäftsführer von 54.000 auf 69.000, die Zahl der
Selbstständigen von 95.000 auf 101.000 und die Zahl der Besucher
aus der zweiten Hierarchieebene von 37.000 auf 50.000 gestiegen.
406.000 der befragten Fachbesucher, mehr als 62 Prozent,
sind ausschlaggebend bzw. mitentscheidend bei Einkauf und
Beschaffung in ihren Unternehmen und Institutionen beteiligt. Mehr
als 302.000 (262.000) bestätigten, dass sie mit
konkreten Investitionsvorhaben nach Hannover gekommen sind.
Ausländische Aussteller treffen internationale
Abnehmer
Die CeBIT baut ihre Position als Weltleitmesse weiter aus. In
diesem Jahr kamen 2.945 ausländische Aussteller aus 62
Nationen (2.891 aus 58 Ländern) nach Hannover.
Sie nutzten die Messe in erster Linie als globalen Marktplatz, um
ihre Weltmarktposition zu untermauern. Den Reigen der europäischen
Teilnehmerstaaten führte erneut Großbritannien mit 317 Unternehmen
(314) an. Traditionell stark vertreten waren wieder die Schweiz, die
Niederlande sowie Frankreich und Schweden. Die europäischen
Aussteller äußern sich sehr zufrieden über den Messeverlauf. Die
britischen Aussteller beispielsweise bezeichnen ihren Messeerfolg
als "überwältigend", die Schweizer Unternehmen sprechen
von der "besten CeBIT seit Jahren". Die Zielmärkte dieser
Anbietergruppe verlagern sich zunehmend in den außereuropäischen
Raum.
Die asiatisch-pazifische Region präsentierte sich in diesem Jahr
mit 869 Ausstellern und legte damit insgesamt noch einmal zu (816).
Die Aussteller aus diesem Teil der Welt zeigen sich hochzufrieden
mit dem Messeverlauf. Hervorgehoben werden die zahlreichen Kontakte
für den noch stärkeren Einstieg in den europäischen Markt. Auch
im Jahr 2000 stellte Taiwan mit 508 Firmen (510) auf 13.000
Quadratmetern das größte ausländische
Ausstellerkontingent, dicht gefolgt von den USA mit 481 (451)
Unternehmen.
Die taiwanischen Unternehmen präsentierten sich neben
eigenständigen Darstellungen in acht Themenpavillons. Im
Telekommunikationssektor zeigte Taiwan zum Thema "Internet
Appliances" erstmals WAP-Mobiltelefone aus eigener Entwicklung.
Die Mehrzahl der Aussteller zeigt sich "außerordentlich
zufrieden" und will im nächsten Jahr wieder dabei sein.
Die US-Anbieter waren auf zehn Gemeinschaftsständen mit rund 12.000
Quadratmetern vertreten. Große Zufriedenheit prägt die
Stimmung der US-Aussteller, die auf der CeBIT Kontakte zu
internationalen Distributoren knüpften. Die Bedeutung dieser Messe
für die nordamerikanischen Aussteller als einzigartige
internationale Verkaufsplattfom fasst die folgende Aussage eines
ihrer Vertreter zusammen: "Schon am ersten CeBIT-Tag haben wir
Abschlüsse getätigt, die allein die gesamten
Messebeteiligungskosten decken."
Aus Mittel- und Osteuropa kamen insgesamt 217 Aussteller (193).
Stärkste Präsenz zeigte Rußland mit 64 Ausstellern (63), gefolgt
von der Ukraine mit 46 Unternehmen (41). Erwartet wird hier ein
umfangreiches Nachmessegeschäft.
Die internationale Bedeutung der CeBIT 2000 als
wirtschaftspolitisches sowie kommunikatives Gipfeltreffen wurde
durch den Besuch von 30 Auslandsdelegationen aus 26 Ländern und die
Teilnahme von 2.250 Journalisten aus dem Ausland deutlich
unterstrichen.
CeBIT als Personalmarkt
Über reges Interesse konnten sich die rund 150 Aussteller des
"Job Market" in der Halle 10 freuen. Um dem
Fachkräftemangel in der I+K-Branche wirkungsvoll zu
begegnen, hat die Deutsche Messe AG erstmals eine zentrale
Anlaufstelle für Berufsein- und -umsteiger auf der CeBIT
eingerichtet. Mit dem "Job Market" untermauerte die CeBIT
einmal mehr ihren Ruf als größte Personalbörse der Welt im
Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnologie.
Informatikstudenten sowie Juniorspezialisten konnten sich beim
"Informatik-Kick-Off in DV und Telekommunikation" über
die verschiedenen Berufschancen und Einsatzbereiche informieren.
Rund 3.000 Teilnehmer nutzten dieses Angebot, zu dem die COMPUTER
ZEITUNG, Leinfelden-Echterdingen, die DV-JOB AG,
Berlin, und die Gesellschaft für Informatik (GI),
Bonn, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Messe AG,
Hannover, eingeladen hatten.
Sehr gut angelaufen ist auch das ebenfalls durch die Deutsche Messe
AG unterstützte "Jugendaktionsbündnis Partnerschaft
für Lehrstellen". Die Veranstalter konnten während der CeBIT
rund tausend zusätzliche Ausbildungsplätze im I+K-Sektor
registrieren. Unter www.pfl-online.de sind diese neuen Jobs
gespeichert.
Neue Anlaufstelle für die Händler
Die Ausstellergruppe der Distributoren präsentierte sich auf der
CeBIT 2000 erstmals unter einem Dach, um so eine
zentrale Anlaufstelle vor allem für die Händler zu schaffen.
Treffpunkt waren die Etagen 1 bis 4 in der Halle
10. Dieses neu geschaffene "Händler-Zentrum" war
nach Befragungen der Aussteller ein voller Erfolg. Die anfängliche
Skepsis, ob die Fachhändler den neuen Standort annehmen würden,
erwies sich nun als unbegründet. Die Distributoren loben das
kundenfreundliche Konzept und sprechen von einem
"überwältigenden" Andrang. Das
"Händler-Zentrum" habe sich als großer Besuchermagnet
und ausgezeichnete Informationsplattform für den Fachhandel
erwiesen. Zahlreiche Aussteller signalisierten bereits, sich auch
weiterhin auf dieser Plattform zu präsentieren.
CeBIT-Server mit neuen Rekordzahlen
Der Messe-Server www.cebit.de wartet zur CeBIT 2000
mit neuen Rekordzahlen auf. Seit der Freischaltung im April
1999 bis zum Messeende wurden rund 14 Millionen
Page-Impressions gezählt - eine Steigerung um mehr als 50
Prozent gegenüber dem Vorjahr (9 Millionen).
Rund eine Million Zugriffe entfielen dabei jeweils allein auf den
Vortag der CeBIT und den ersten Messetag. 142 Länder
surften auf der CeBIT-2000-Homepage (138
Länder). Rund 57 Prozent aller Fachbesucher
nutzten die Internetseiten zur Messevorbereitung. Im Vorjahr waren
es 48 Prozent. Mehr denn je informierte sich auch die
CeBIT-Ausstellerschaft über dieses Medium. Etwa 52 Prozent
aller Aussteller machten von den CeBIT-Seiten Gebrauch (34
Prozent).
Viel Aufmerksamkeit erhielten auch die Live-Übertragungen der
Eröffnungsfeier und der Pressekonferenzen der Deutschen Messe AG im
World Wide Web. Neu in diesem Jahr war das "CeBIT-Radio im
Internet". Vom 22. Februar bis zum 1. März
berichteten vier Moderatoren täglich zwei Stunden live von der
Messe. Auf diesen neuen Service der Deutschen Messe AG
wurde rund 50.000 Mal zugegriffen. Erstmals konnten auch die
Aussteller ihre Veranstaltungen in den Messeserver stellen. Es
wurden insgesamt 24 Pressekonferenzen live übertragen.
Sonderveranstaltungen und
Gemeinschaftspräsentationen
Als ideale Ergänzung zum Ausstellungsprogramm der CeBIT
2000 erwiesen sich die Sonderveranstaltungen und
Gemeinschaftspräsentationen. Hier wurden zentrale Themen wie
beispielsweise "Powerline",
"Informationssicherheit" oder "Netzwerktechnik"
konzentriert dargestellt.
Darüber hinaus fanden zahlreiche Fachtagungen, Foren und
Vortragsveranstaltungen statt. Die Aussteller meldeten insgesamt 803
Firmenvorträge (669) an. Rund 47.000 Besucher (37.038)
nutzten das hochkarätige Rahmenprogramm, um sich über die neuen
Entwicklungen und Trends, Lösungen und Visionen in der
Informations- und Kommunikationsbranche zu informieren.
Trends der Technik
Software
Die weltweite Vernetzung via Internet ist auch in diesem Jahr der
entscheidende Motor für neue Technologien im Software-Bereich.
Application Service Provider (ASP) übernehmen die
Betreuung der Technischen Infrastruktur (TI) in großen
Unternehmen. Software wird nicht mehr verkauft, sondern bei Bedarf
vom Server des ASP herunter geladen und nur für die reale Dauer der
Nutzung bezahlt. Die großen Software-Anbieter und TI-Dienstleister
bieten mit Hilfe neuer Internet-Portale die Möglichkeit, den
gesamten Beschaffungsprozess über das Internet abzuwickeln.
Mit Windows 2000 steht die nächste Generation des
bekannten Betriebssystems für den Einsatz im professionellen und
privaten Umfeld zur Verfügung. Daneben erfreut sich aber auch das
kostenlose offene Betriebssystem Linux immer größerer Beliebtheit
.
IT-Hardware
Die fortschreitende Konvergenz der verschiedenen Anwendungen
integriert die Funktionen von Handy und PDA (Personal Digital
Assistant) in einem Gerät. Mit einem drahtlosen Multimedia-Terminal
hat der Anwender die Möglichkeit, mit einem einzigen Gerät mobil
zu telefonieren und im Internet zu surfen. Außerdem kann das Gerät
als Radio oder zum Abspielen von MP3-Dateien genutzt werden.
Erstmals wird auch bei diesen Produkten das Betriebssystem Linux
eingesetzt.
Die DVB-Technologie (Digital Video Broadcast) erweitert die
Möglichkeiten des Internet um sogenannte Multicast- oder
Broadcast-Dienste. Vor allem IP-Streaming-Techniken verbessern den
Fernseh- und Radioempfang über das Internet.
Die großen CPU-Hersteller (Central Process Unit) brechen mit den
Taktraten ihrer Prozessoren die Gigahertz-Grenze. Sogenannte "Xybernauten"
erobern mit dem umschnallbaren Computer virtuelle Datenräume.
Großformatige Flachbildschirme und digitale Kameras
unterschiedlicher Technologien überzeugen durch bestechende
Qualität in der Darstellung.
Netzwerktechnik
Der vermehrte Einsatz netzwerk- und internetbasierter Anwendungen
veranlasst die Unternehmen, ihre Netzwerk-Infrastruktur zu
modernisieren. Für das Intranet bieten kombinierte Fast- und
Gigabit-Ethernet-Produkte ein attraktives
Preis-/Leistungsverhältnis. Mit Hilfe der WLAN-Technik (Wireless
Local Area Network) lassen sich Rechner drahtlos an Firmennetzwerke
anbinden. Für den Privatkunden bietet der Internet-Zugang über
ADSL (Asynchronous Digital Subscriber Line) eine signifikante
Steigerung der Übertragungsrate gegenüber ISDN (Integrated
Services Digital Network). Alternative Zugangstechniken stellen SDSL
(Synchronous Digital Subscriber Line) sowie Powerline-, Satelliten-
und Kabelmodems dar.
Auf der CeBIT 2000 wurden zahlreiche modular
erweiterbare Lösungen für die optische Datenübertragung
präsentiert, deren Einsatzgebiet sich von großen Firmennetzwerken
bis zu Weitverkehrsnetzen erstreckt. Durch die DWDM-Technik (Dense
Wavelength Division Multiplexing) können inzwischen mehrere Terabit
pro Sekunde über eine einzige Glasfaser übertragen werden. Das
Verfahren lässt sich neuerdings auch für eine drahtlose optische
Übertragung durch die Luft einsetzen.
Telekommunikation
Im Telekommunikationsbereich verschiebt sich der Trend immer mehr
von der reinen Sprachübertragung hin zu Multimedia- und
Datendiensten. Die Übertragungsraten für Daten in
GSM-Mobilfunknetzen werden mit der kurz bevorstehenden Einführung
von HSCSD (High Speed Circuit Switched Data) und GPRS (General
Packet Radio Services) erheblich gesteigert. Doch schon heute stehen
mit EDGE (Evolved Data for GSM Evolution) und UMTS (Universal Mobile
Telephone System) die Techniken der nachfolgenden dritten
Mobilfunkgeneration in den Startlöchern. Auf der diesjährigen
CeBIT waren die ersten Prototypen von UMTS-Endgeräten zu sehen, mit
denen sogar die mobile Bewegtbildübertragung Realität wird.
Der elektronische Handel (E-Commerce) wird in
Zukunft nicht nur vom fest installierten PC, sondern auch von
unterwegs möglich sein. Voraussetzung für den "M-Commerce"
(Mobile Commerce) sind die neuen WAP-Handys (Wireless Application
Protocol), mit denen man mobil auf das rasant wachsende Angebot von
WAP-Diensten zugreifen kann. Über eine Ortung des Mobiltelefons
können z.B. ortsabhängige Informationen wie
Restaurant-Tipps oder individuelle Navigationshilfen bereit gestellt
werden. Neuartige Verschlüsselungsverfahren wie WTLS (Wireless
Transport Layer Security) sichern mobile Finanztransaktionen auf dem
Weg vom Handy zum Rechenzentrum.
Das Handy entwickelt sich mehr und mehr zum multifunktionalen
Alleskönner. Es verfügt über Sprachsteuerung, kann als MP3-Player
oder Radio genutzt werden und nimmt über Bluetooth drahtlos Kontakt
zu anderen Geräten wie Laptops oder digitalen Kameras auf. Kleine
ansteckbare Tastaturen erleichtern das Verfassen der immer beliebter
werdenden SMS-Nachrichten (Short Message Service).
Büroautomation
Im Büro von morgen werden Fax, Drucker, Kopierer und Scanner
durch ein ins Intranet integriertes, digitales Multifunktionsgerät
ersetzt. Faxe werden nicht nur per Telefonleitung, sondern
alternativ als E-Mail oder direkt über das Internet
verschickt. Unter dem Stichwort "Unified Messaging"
versucht man, all diese Kommunikationswege in eine einheitliche
Lösung zu integrieren. Dokumentenmanagementsysteme übernehmen die
Archivierung und Verwaltung digitaler Dokumente.
Digitale Farbdrucksysteme werden preiswerter und schneller. Sie
ermöglichen eine professionelle "Just-in-Time-Dokumentation"
sowie die Produktion von Büchern "on demand". Aber auch
die kleineren Farbdrucker/-kopierer für die
klassischen Bürotätigkeiten überzeugen durch ihre hervorragende
Druckqualität und erschwingliche Preise.
C-Techniken
Im Bereich der CAD-Technik setzt sich der Trend zum Ausbau der 3D-CAD-Midrange-Systeme
auf Windows-Basis fort, die speziell für Anwender in kleinen und
mittelständischen Unternehmen entwickelt wurden. Die Systeme werden
ständig um neue Technologien erweitert, um die Konstruktion
mechanischer Baugruppen zu vereinfachen und zu beschleunigen. CAD-Modelle
"lernen", wie sie platziert, verändert und bewegt werden.
Die 3D-CAD-Modelle von Bauteilen werden zunehmend
für die Optimierung des Fertigungsprozesses genutzt. Spezielle
Software ermöglicht die realitätsnahe Abbildung des zu
bearbeitenden Bauteils, der Maschine und ihres Verhaltens bei der
Bearbeitung. Mit Hilfe neuartiger haptischer Eingabegeräte lassen
sich die Grenzen eines virtuellen Modells "erfühlen".
Dies kann unter anderem bei der Simulation und Optimierung von
Bearbeitungsverfahren oder der Maschinenauslegung eingesetzt werden.
Als Ergänzung zum E-Commerce wird das sogenannte "E-Manufacturing"
betrachtet, um angesichts schwankender und immer schwieriger zu
prognostizierender Nachfrage bedarfsorientiert produzieren zu
können. Viele Unternehmen verlagern deshalb ihre Produktion
zunehmend in kleine dezentrale Einheiten. Internet-fähige Lösungen
ermöglichen hier dezentrales Produktions-Management auch über
Unternehmensgrenzen hinweg.
Bank- und Sparkassentechnik
Erfolgreiches "E-Banking" und "E-Brokerage"
setzen die Möglichkeit voraus, Informations- und
Liquiditätsquellen jederzeit und an jedem Ort abzurufen. "Multichannel
Banking" erlaubt dem Kunden unabhängig von Ort und Zeit sowie
mit einem Gerät seiner Wahl, "browserbasierte"
Handelsdienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Individuell
gestaltete Internet-Seiten enthalten alle Informationen und
Dialogmöglichkeiten, die ein Bankkunde für sich benötigt. Seine
persönliche Bankfiliale erlaubt ihm die Auswahl von Informationen
und Angeboten der Bank, die er selbst vordefiniert oder die ihm sein
Berater bereit gestellt hat. Zukünftig werden dem Kunden alle
Instrumente einer professionellen Finanzplanung an die Hand gegeben:
Spar- und Kreditplanung bis hin zur Baufinanzierung lassen sich in
Finanzportalen mit Versicherungsthemen und dem Wertpapierhandel
verknüpfen.
Sicherheits- und Kartentechnik
Berührungslos arbeitende multimodale biometrische Systeme
überprüfen beispielsweise die Zugriffsrechte in Computernetzwerken
und kontrollieren die Zugangsberechtigung in Sicherheitszonen. Die
Personen werden hierbei anhand mehrerer Merkmale, z.B.
dem Gesicht, der Stimme und der Lippenbewegung beim Sprechen,
erkannt. Die Systeme benötigen keine speziellen Sensoren. Genutzt
werden handelsübliche Videokameras und Mikrofone.
Zeitsigniersysteme verknüpfen elektronische Dokumente mit der
jeweils gültigen Uhrzeit. Dadurch kann präzise nachgewiesen
werden, wann eine digitale Aufzeichnung erstellt wurde und dass sie
seit diesem Zeitpunkt unverändert geblieben ist.
Im kommenden Jahr kehrt die Messe in ihren gewohnten
Veranstaltungsmonat zurück. Die CeBIT 2001 findet vom 22.
bis 28. März statt.
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